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15.09.2002 Sportplatz Freiheitsweg, Berlin

A-Junioren-Regionalliga

Reinickendorfer Füchse - FCC 0:5


Eigentlich wollten wir an diesem Tag ja nur schauen, wie sich unser Kurbel so bei Pauli macht. Darauf wird später noch eingegangen. Aber am Tag zuvor stolperte mein kleines Brüderchen über die MDR-Videotexttafel 257, eine Tafel, die wohl nur von gaaaaanz wenigen Videotextnutzern jemals aufgerufen wurde. Auf dieser Tafel wurde für eben diesen Sonntag die Auswärtspartie unserer FCC-A-Junioren bei den Füchsen angekündigt. Das hätte er mir wohl besser nicht gezeigt, denn ich warf natürlich gleich den Rechner an, um herauszufinden, wann und wo diese Partie steigt. Und siehe da: 12:00 Uhr in Reinickendorf - das passt ideal als Vorspiel zur Zweitligapartie - oder wie wir es ausdrücken: Es eignet sich ideal als Hauptspiel, das man dann mit der Zweitligapartie garnieren kann.

Sonntag, 8:30 Uhr Autobahn - das Gefühl kennt man als Fan eines Oberligisten natürlich nicht mehr. Früher, da mussten wir manchmal so zeitig schon los, für ein Oberliga-Auswärtsspiel zwingt uns vor 10 niemand aus dem Haus. Aber heute war ja auch Regionalliga angesagt, ganz wie in alten Zeiten. Und in dieser Saison geht es um die Qualifikation zur Junioren-Bundesliga. Das Stadion war schnell gefunden, einen Parkplatz gab es direkt vor dem Eingang, so wünscht man sich das öfter (siehe auch Bericht zum 2. Spiel des Tages). Bewaffnet mit Schals und Trikot ernteten wir auch den ein oder anderen verwirrten Blick - sowohl von den Hausherren, als auch von den FCC-Spielern, die kurz nach uns mit dem Bus am Stadion eintrafen.

Das Spiel dominierte der FCC dann relativ souverän. Nach rund 15 Minuten machte Werner das erste Tor, Wittke legte noch vor der Halbzeit ein zweites nach. Die Füchse hatten eigentlich nur zwei gute Chancen, jeweils direkt nach unseren Toren. In der zweiten Halbzeit wurde die Reinickendorfer Abwehr dann ein ums andere Mal auseinander genommen. Zimmermann klaute Werner das 3:0, dafür machte der das 4:0. Dabei wartete er mit einer Arschruhe ab, bis sich 3 Spieler auf der Torlinie postiert hatten, denn der Torwart war längst geschlagen. Er hätte natürlich gleich schießen können, aber das wäre zu einfach gewesen. Er schaute lieber jedem Gegenspieler noch einmal tief in die Augen und drosch dann das Leder in die Maschen. Schuhte markierte den Endstand, es gab aber noch haufenweise vergebene Chancen. Der FCC-Torwart kratzte bei der besten Füchse-Chance den Ball schön aus dem langen Eck und durfte sich zur Belohnung die letzten 20 Minuten ausruhen. Sein Ersatzmann verlebte ebenfalls einen eher langweiligen Tag.

Nach dem Spiel: Man kennt das ja. Die Mannschaft geht in die Kurve und beantwortet den Fans auch mal die ein oder andere Frage. Hier lief das anders: Die zukünftigen FCC-Stars Werner, Schuhte und Paul kamen zu uns und stellten uns ein paar Fragen: "Kommt Ihr von hier? Wie kommt Ihr hier her?" und dankten artig für unseren Besuch. Scheinbar sind sie so einen riesigen Zweimannauswärtsmob nicht gewohnt - kann ja noch kommen.


Schild Ground gefunden, Wetter gut.
Bänke Auf beiden Seiten des Platzes gab es hinter einem kleinen Zäunchen Bänke, die reichten locker für die rund 50 Besucher.
Gegengerade Ein Blick quer über den Platz.
Ecke Ecke für den FCC. Rechts hinten die Umkleidekabine.
Karte Kein Scherz: Der Eintrittspreis betrug 4,50 Euro für Vollzahler und 1,50 Euro für uns.


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15.09.2002 An der alten Försterei, Berlin

2. Bundesliga

1. FC Union Berlin - FC St. Pauli 1910 4:2


So, das wichtige Auswärtsspiel für die A-Junioren war gewonnen, jetzt konnten wir in aller Ruhe von Reinickendorf nach Köpenick fahren, um ganz entspannt das zweite Spiel des Tages zu genießen. Nun ja, "in aller Ruhe" trifft es wohl nicht ganz. Wir hatten etwas mehr als eine Stunde Zeit, um einmal durch halb Berlin zu fahren und irgendwo in Stadionnähe einen Parkplatz zu finden. Also rauf aufs Gaspedal, dem Brüderchen die Karte in die Hand gedrückt und losgesucht. Das Stadion war relativ schnell gefunden, einen Parkplatz wollten aber nicht nur wir, sondern auch wenige hundert weitere Autofahrer. Irgendwann fanden wir einen Platz, irrten durch einen Wald und fanden einen Eingang. Der war aber nur für die Tribüne. Also los zum nächsten Tor, Karte gekauft und rein ins Stadion. Dass wir eigentlich lieber in den Gästeblock wollten - schließlich waren wir ja vor allem wegen Kurbel hier - war uns mittlerweile egal. Der erstbeste Block war die Gegengerade, also standen wir inmitten von eisernen Unionern. Den ersten Blick aufs Spielfeld erhaschten wir gegen 15:12 Uhr, so viel Verspätung war uns der Trip zum Juniorenspiel allemal Wert. Das Wichtigste: Kurbel war in der Startelf und es stand noch 0:0.

Die Gesänge beider Seiten klangen merkwürdigerweise außerhalb des Stadion wesentlich lauter und eindrucksvoller, wahrscheinlich standen wir im Stadion zu weit oben. Für die Paulifans reichte der Platz im eigentlichen Gästeblock nicht, also durften sie sich in der gesamten Hintertorkurve verteilen. Auch der Unionblock hinter dem Tor war prall gefüllt, dazu "unsere" Gegengerade, insgesamt waren mehr als 15.000 Leute anwesend. Kurbel spielte mäßig, wurde leider zu oft in guter Position von seinen Mitspielern übersehen. Wenn er den Ball dann mal hatte, hätte er mehr damit machen müssen. In der zweiten Halbzeit wurde er erwartungsgemäß durch Ofodile ersetzt.

St. Pauli ging mit 1:0 in Führung und geriet bis zur Pause nicht weiter in Gefahr. In der zweiten Halbzeit steigerte sich Union erheblich und gewann am Ende verdient mit 4:2. Auch die Stimmung stieg mit dem Ergebnis und erreichte ihren Höhepunkt als der Stadionsprecher die Heimniederlagen von Mainz und Frankfurt durchsagte.


Tribüne Ein Teil der Tribüne.
Hintertortribüne Da kann man als FCC-Fan nur neidisch werden. Selbst wenn es im EAS so viele Fans gäbe, fänden sie keinen so schönen Platz.
Gästeblock Karten für den Gästeblock hätten wir eh nicht mehr bekommen.
Komische Farben Eine sehr merkwürdige Farbkombination tragen die Fans hier. Außerdem nennen sie jeden ihrer Spieler "Fußballgott". Einer wollte sogar auf dem Kameraturm ein MG aufstellen und in den Gästeblock ballern :-(
Karte Kärtchen, 7 Euro.
Bilderrätsel Hommage an Tobi Kurbjuweit. Union hatte soviel Respekt vor unserem Ex-Stürmer, dass man ihm das Bilderrätsel im Programmheft widmete.

Das war's? Noch nicht ganz. Auf dem Heimweg aus Berlin erinnerten wir uns gleich noch mal an die guten alten Regionalligazeiten und fuhren in Brück zum Hort der Friedfertigkeit. Dort wurden früher auf Heimfahrten Frustfressgelage abgehalten, nach Niederlagen in Berlin oder Eisenhüttenstadt. Diesmal waren wir aber gut gelaunt und trafen, eben genau wie früher, weitere FCC-Fans, genaugenommen die Vertretung des FP. Doch was mussten wir dann erleben?

McD So sah der Tisch aus, nachdem die FP-Horde ihn verlassen hatte. Wir sind heute noch tief enttäuscht ;-)

Nun könnte es Leute geben, die behaupten, dass ich aus dieser Lappalie eine Riesenwerbeaktion für meine HP mache. Solche Vorwürfe kann ich natürlich nur lautstark zurückweisen. Vielmehr ist es mir ein Anliegen, dass auch das FP die Jugend zum ordentlichen Tischabräumen animiert :-)



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