18.08.2002 Sportpark Warte, Pössneck
VfB 09 Pössneck - FCC 0:1
Um 10:00 Uhr versammelten sich rund 40 FCC-Fans samt ihren Fahrrädern am EAS, um die 35 km nach Pößneck in Angriff zu nehmen. Zuerst wurde natürlich an jedem Rad ein FCC-Fähnchen festgemacht. Nach einem km stelle ich fest: Die Geschwindigkeitsanzeige an meinem Tacho schwankt zwischen 80 und 200 km/h. Beflügelt einen das Fahren in der Gruppe wirklich so sehr? Wohl eher nicht: wenige Minuten später steht die Anzeige auf Null. Und kurz darauf hat Technikgenie little Joe die Lage genauestens analysiert und stellt fest: Dieses gerissene Kabel kann kein gutes Zeichen sein! Da muss ich mich eben auf die Durchhalteparolen Kilometerangaben der anderen verlassen.
Der Weg ist eigentlich ganz gemütlich. Es geht über den Saale-Radwanderweg in Richtung Kahla. Doch auf einmal endet die gemütliche Fahrt. Kaum sind wir runter vom Radweg und auf einer richtigen Straße kommt bei der Spitze das Rennfeeling auf. So jagt man mit 40 km/h über die Landstraße und weil ich mir jahrelangen Hohn und Spott ersparen will, kämpfe ich um den Anschluss an die Irren und schaffe es mit knapper Not.
Aber schon kurz darauf kommen wir zum Verpflegungspunkt. Ein Fanclub hat Bratwürste und Äpfel für die Helden der Landstraße organisiert. Doch zunächst riecht es etwas verwest an der Raststelle. Nein, 40 schwitzenden Kerle sind für eine verwöhnte Kleinstadtnase keine Wohltat. Ein kurzer Blick zur Uhr zeigt: Wir sind schneller als jede erdenkliche Marschtabelle. Also tankten wir noch mal ordentlich Wasser, radelten gemeinsam gemütlich nach Pössneck und dort wurde die wilde Hatz dann wieder eröffnet. Oben auf dem Berg kann ich vor mir im verschwommenen Nebel Mart erkennen. Wir einigen uns darauf, dass unsere Platzierung irgendwo am Ende der Top 10 liegen muss und freuen uns gemeinsam über den schönen Sternenhimmel vor unseren Augen. Faule Nichtfahrradfahrer behaupten allerdings, dass die Luft auf dem Berg keineswegs dünner sei und dass wir uns die Sterne nur einbilden.
Bis zum Anpfiff war genügend Zeit zur Erholung. Das Spiel war ziemlich brutal, der Schiri schaffte es mit famosen Entscheidungen immer wieder die Ruhe aus dem Spiel zu nehmen und durch eine grandiose Hektik zu ersetzen. Nach dem 1:0 durch Treitl schaltete die FCC-Offensive zwei Gänge zurück, damit wenigstens ein paar Knochen heil blieben. Hinten gab es in der zweiten Halbzeit auch keine Gefahr mehr, also ein knapper Sieg. Die wichtigste Nachricht war allerdings: Alle haben überlebt.
Nach dem Spiel gab es die Möglichkeit, die Fahrräder vom Fanprojekt-Fahrzeug nach Jena transportieren zu lassen, aber diese wurde natürlich nur von Weicheiern genutzt. Der harte Kern holte noch schnell Informationen über eine Abkürzung ein und machte sich auf den Rückweg. Die Abkürzung hatte nur einen kleinen Haken. Der Haken war genaugenommen ein richtig fieser Berg und klein trifft es wohl auch nicht. Aber egal, wer wird sich schon aufhalten lassen? Wir nicht. In der Folge zerfiel das "Restfeld" in immer kleinere Grüppchen, einige suchten sich irgendwo eine Kneipe. Gunner, Mart, ein paar andere und ich radelten dann als Spitze des Feldes in Richtung Jena und kamen wohlbehalten an. Mart musste leider disqualifiziert werden, weil sein Fähnchen unterwegs kaputt ging.
Die Kamera wollte ich auf dem Rad nicht noch mit mir rumschleppen, deswegen gibt es keine Bilder von der Radtour. Aber Mart hat fleißig geknipst. Mein winziges Brüderchen stand leider im recht unfotogenen Block, deswegen diesmal nur zwei Fotos von hübschen Zäunen.